szmmctag

  • Martín Alemán...

    Das Telefon klingelte. Endlich war die Nachricht da. Der Anruf, auf den ich seit über zweieinhalb Monaten gewartet hatte, war da.

    »Super viejo Cami, ich hole die Papiere morgen ab«, sagte ich voller Freude.
    »Okay viejo Martín, aber es gibt ein kleines Problem.«
    »Ach, viejo Cami, egal, hermano. Hauptsache der Fahrzeugschein ist da. Endlich da.« Ich lachte laut auf.
    »Wenn du meinst«, sagte Camilo, »dann bis morgen.«
    Ich rief sofort meine Frau an und erzählte ihr die tolle Neuigkeit, ich war happy.

    Wochen zuvor:
    Bogotá ohne eigenes Auto? Mit dem Bus, oder sogar mit dem Fahrrad – a là München? Vielleicht für den einen oder anderen abenteuerdurstigen Freund aus meiner adoptiven Heimat, der diese etwas planlose acht Millionen Einwohner-Stadt mit dem Fahrrad und manchmal sogar mit dem Fahrradanhänger unbedingt erkunden möchte. Und auch für andere knapp acht Millionen Menschen, die mit etwa Zweihundert Euro (oder öfters viel weniger) eine mehrköpfige Familie ernähren müssen. Im Monat versteht sich, drei bis acht Leute.

    Aber wer mehr als diese zweihundert Euro im Monat verdient, ackert so lange bis er es schafft, die erste Anzahlung für ein, egal wie altes oder kaputtes, Auto, zusammenzukratzen. Oder wenigstens ein kleines Motorrad. Halt eine Sicherheits- und/oder Statusfrage.
    Und ich bin nicht die Ausnahme. Luxus? Null. Statusfrage? Eher weniger. Nennen wir es, eine preiswerte Entscheidung für die Sicherheit meiner zwei Mäuse, ich habe keine Lust, die etwas frequentierte und luftverschmutzte Carrera Séptima, mit dem Kinderwagen samt „Kiddieboard“ und zwei schreienden blonden Hälsen mehrmals zu überqueren, um zum Kindergarten oder Spielplatz zu gelingen.

    Also, ich entschied mich, einen (etwas zu gebrauchten) Gebrauchtwagen zu kaufen.

    Eine komplizierte Aufgabe (die mit dem Autokaufen) wie es sich herausstellte: Insgesamt sechs mal war ich bis heute beim SIM (Servicio-Integrado-de-Movilidad, die zuständige Verkehrsbehörde in Bogota) gewesen. Jeder Autokäufer oder Verkäufer muss sich bei dieser Behörde bzw. bei ihrem Datensicherungssystem anmelden, sonst gibt es kein Geschäft. Wozu? Bis heute konnte mir niemand das erklären.
    Angeblich eine nie-aber-nie-schwöre-dir-alter-nie-länger-als-fünf-Minuten-lange-Angelegenheit, wie Camilo mir damals erklärte. Dafür war ich dort drei mal – mit dem normalen Pass ging nicht, mit dem roten auch nicht, mit dem Carnet de Identidad weniger... deutscher Führerschein? Was ist das?
    Das softwaregesteuerte System wollte mich einfach nicht aufnehmen. Etwas Charme, zwei, drei Augenblinzeln und ein paar typische kolumbianische Komplimente bei der nicht gerade erotischen Sachbearbeiterin halfen mir. Keine Ahnung was sie tat und am PC tippte aber nach einer insgesamt-über-siebzehn-Stunden-Angelegenheit durfte ich ein Auto kaufen, ich war im System erfasst worden!

    Dann das nächste Problem: Auf dem alten Fahrzeugschein stand eine falsche Ausweisnummer vom alten Besitzer. Keine Sorge, wir sollten nur ein Formular ausfüllen und drei Tage warten. Drei mal sechs? Genau: Drei „Peticiones“, also, nach drei mal Ärger aufs neue, drei verschiedenen Formulare und nach knapp drei Wochen bekamen wir eine Antwort. Die Behörde hatte keine Schuld, der alte Besitzer hatte angeblich selbst die falsche Ausweisnummer angegeben. Und was geht mich das an? Kopfschütteln, Zungenschnalzen, große Augen voller Verständnis von der Sachbearbeiterin. Und nun? Mein Problem. Neues Formular ausfüllen, 30€ zahlen und den Fehler anderer selbst korrigieren (müssen.)

    Aber gestern kam der erlösender Anruf meines neuen Freundes bzw. Autoverkäufers. Die neue Carta de Propiedad sei endlich da. Super. Er meinte, es gäbe noch eine Kleinigkeit zu klären. Egal, egal, egal. Ich war nur froh.

    Jetzt bin ich tatsächlich ein neuer Autobesitzer. Naja, nicht ganz, Morgen früh muss ich wieder hin. Zum Secretaría-Integral-de-Movilidad...

    Warum? Ein kleines Problem... Schaut selbst...

    fahrzeugschein

  • delhi belly

    »Ich hab keinen Bock diese Frau wieder zu sehen.«
    »Sie ist ganz nett, nur ein bisschen zu sehr verliebt in Indien«, antwortet meine Frau.
    »Eine Indienfreak, aber keine Nette, sondern eine Anarcho. Das ist, was sie ist. Und immer das Gleiche: Sie guckt mich schief an, ich gucke auf den Boden. Sie sagt mir ihre Meinung ins Gesicht, ich nicht, ich bin dein Ehemann – und soll immer diplomatisch sein. Diesmal mache ich aber nicht mit!« Ich hefte den Blick auf meine Frau. 

    Zwei Stunden später sitze ich mit vier europäischen Künstler und meiner Gattin im Café Coffe Day und trinke Espresso. Drei von denen sind richtig nett und reden mit mir über jeden Schmarren. Die vierte starrt mich an. Ich lächele – und gucke... auf den Boden. Zorra.

    »Weißt Du«, sagt sie plötzlich - ganz demonstrativ - zu mir: »Ich habe mir den Magen verdorben«. Ich kichere.
    »Du ärmste.«
    »Aber wisst Ihr wo...?!«
    Alle schauen sie voller Neugier und Mitleid an.
    Ich schätze mal in einem der Löcher, in denen Du wahrscheinlich jeden Tag für 50 Cent isst, denke ich. Und schweige.
    »Im „Oberoi“.«
    »Im „Oberoi“?!«
    , frage ich. In einem der schönsten und teuersten Hotels der Stadt, wo fast alles importiert wird und wo ein Mango Lassi fünf oder sechs Euro kostet... Tja, wochenlang in ach-so-billigen Indien für wenige Cents schlafen und fressen, dabei vermutlich noch denken, jetzt wäre man einer von denen, dem ausgezerrten Körper etwas gönnen und dann die längst schon eingenisteten Lambien & Co. auf das imperialistische System schieben... »Komisch, die Geschichte kenne ich von einigen Indienforen. So ein Zufall, dass das Dir auch passiert, nicht wahr?«, frage ich weiter.
    Meine Frau dreht den Kopf zu mir und tötet mich mit ihren Blicken. Ich gucke schnell zu Boden – und feixe. Die (andere) blöde Kuh schüttelt den Kopf, holt eine leere Plastikflasche aus ihrem Rucksack und geht zum Klo. 

    Minuten später kommt sie zurück. Sie erinnert mich an Cher.
    »Mensch, mein Magen rebelliert«, sagt sie.
    »Was hast Du da?« Meine wunderschönen braunen Augen können nicht glauben, was sie sehen.
    »Frisches Wasser. Meins war alle«, antwortet sie.
    »Wo hast Du „frisches“ Wasser gefunden?«
    »Woher wohl denn, aus dem Wasserhahn im Klo.«

    Sie setzt sich hin, trinkt einen großen Schluck aus ihrer Flasche und kehrt mir den Rücken zu.
    »Ich warte auf Dich im Auto«, sage ich zu meiner Frau.
    »Warum gehst Du jetzt?«, fragt einer der anderen Jungs.
    »Magenverstimmung«, antworte ich. Und gehe.

  • Sin leche...

    Para los que odian a Bogotá y solo esperan el día de llegar a Old Germany:

    acaba de irse la jermu pa'l aeropuerto y me quedo solo con mis alacrancitos. De repente se queda una dormida frente a la niñera de 42" y la otra me grita dulcemente: quiiieero cacaoooo! Aber sofort!!! Siento escalofrío y corro a la cocina.
    Abro la nevera. Mierda, ni un sorbo 'e leche. Y ahora? Busco el teléfono (mientras lo encuentro pienso que haría ante esta situación a las 6 o 7 pm en un pueblito bávaro...mhhh, correcto: como el ternero...).
    Encuentro el teléfono y marco a la tienda. Mientras contestan sigo pensando que haría en Baviera (esperar que el alacrán chiquito despierte, mamarme la gritería de ambas, una con hambre y la otra recién despierta y también con hambre, enchaquetarlas-enguantarlas-enbufandarlas-enbotarlas-etc., und dann... meter a la una en el cochecito y cargar a la otra hasta el paradero, donde esperaría más de 25 minutos al bus que me llevaría hasta el Bahnhof más cercano, y rogarle a Diosito que en el imbiss turco tengan leche...).

    ... "Aló? Cigarrería Dónde Oscar, a la orden."... Buenas Don Oscarito... es que se me acabó la leche y nec....

    Diez, máximo doce minutos más tarde están mis gorditas echadas sobre mi canto, tomando su cacao y matando pájaros malgeniados (ojo, no me refiero a nadie de la familia) y mientras tanto yo me dedico a ver la repetición de los goles de la DFB-Pokal... y a relajarme...
    Pucha, was für ein Leben:-)

  • delhi belly (español)

    »Hombre, que no tengo ganas de ver a esa tonta.«
    »Pero si es lo más de amable, solo un tricito re-enamorada de la India«
    , me responde mi esposa.
    »Una típica rubia loca fanática de la India, pero no una de las amables, sino una anarco. Eso es lo que es. Y siempre la misma vaina: Me mira rayado, a mí me toca mirar al piso. La mujer me dice su opinión en la cara sin asco. Y yo? Ni modos, yo soy tu esposo y debo ser diplomático. Pero esta vez si no voy a tus reunioncitas pendejas, te lo juro!« Le clavo la mirada a mi mujer… y no se la quito…

    Dos horas más tardes me encuentro en compañía de cuatro artistas europeos y mi esposa en el café Coffe Day en el Khan Market. Tomando Espresso. Tres de ellos son muy bacanes y conversamos de cualquier pendejada. Y la cuarta? Correcto. Me mira rayado… y yo miro al piso… Schlampe.

    »Sabes una cosa?«, me pregunta repentinamente. »Me jodí el estómago«. Yo sonrío.
    »Pobrecita.«
    »Pero saben dónde me indigesté?«
    Todos la observan con compasión y curiosidad.
    Me imagino zorra que en uno de esos huecos que sueles frecuentar y donde por 50 centavos de euro te llenas la panza. Cuánto quisiera decirle esa y otras verdades… pero mejor sigo observándola y callo.

    »En el Oberoi.«
    »En el Oberoi?!«
    , pregunto más que asombrado. En uno de los hotels más costosos y bellos de Delhi, donde casi todo es importado y un mango lassi no cuesta menos de cinco o seis euros… Sí claro, semanas y semanas tragando y durmiendo por un par de centavos en la super-barata-y-alternativa-India y por el simple hecho de darle al final del viaje un lujo al pobre cuerpo que ya está hecho trizas, se le echa la culpa al sistema imperialista de la diarrea causada por las amibas & Co. incubadas a través de todo el viaje.

    »Tan raro, esa historieta la conozco de algunos foros sobre la India en Internet. Qué casualidad que a ti también te pasó, no cierto?!«, le pregunto, mientras le pico el ojo.
    Mi mujer se voltea y me mata con la mirada. Yo miro rapidito hacia el piso – y me cago de la risa sonrío. La (otra) estúpida sacude la cabeza, saca una botella medio sucia de su mochila y se va para el baño.

    Un par de minutos después regresa. Al verla recuerdo a Cher.

    »Mierda, mi estómago no quiere calmarse.«
    »Oye, qué tienes ahí?«
    Mis bellos ojos marrones no pueden creer lo que están viendo.
    »Agua fresca.«
    »Agua fresca?
    De dónde diablos sacaste „agua fresca“?!«
    »Pues de dónde va a ser? Del grifo en el baño.«

    La mujercita se sienta, toma un trago largo, larguísimo (sí, de la botella...), me da la espalda y continúa la charla con el resto de amigos. Yo me muerdo el labio inferior y frunzo el seño.

    »Te espero en el carro«, le digo a mi esposa.
    »Por qué te vas tan rápido viejo?«, me pregunta uno de los otros muchachos.
    »Ach, la úlcera hermano«, le respondo. Y me voy.

  • sala de chat (4. parte/final)

    (Info: Bajo cuentos/anécdotas se encuentra la histora completa)
    -/-

    Sábado, ocho de la mañana. A hurtadillas se dirige Klaus al baño y toma una ducha. Mamá aún duerme.
    Su look de fin de semana: Pantalón caqui hasta la rodilla, camisa beige de manga corta, sandalias de cuero, cachucha de la Ferrari, medias blancas, chaleco marrón. En su mochila del Bayern-Munich guarda un uniforme de fútbol y un balón. Klaus abandona la casa. La puerta se cierra violentamente. La Señora Hopf suspira, se da la vuelta y continúa durmiendo.

    4.

    »Señora Hopf? Señora Sabine-Elisabeth Hopf?«
    La mujer mira fijamente a los tres policías.
    »Qué quieren?«
    »Estamos buscando a su hijo Klaus.«
    »Klausito está en Brasil.«
    »Tiene su dirección?«
    »No.«
    »Hace cuánto tiempo se fue?«
    La anciana carraspea y clava la mirada en el carro de policía.
    »Qué sé yo? Tres, cuatro semanas. Y ahora déjenme en paz.«
    »Un momento doña Sabine. Aquí tiene.«
    La madre de Klaus ojea la orden de allanamiento. Y llora.
    »No observó nada extraño con su hijo?«
    »Mi ángel no hizo nada.«
    La vieja se desploma. El reloj Cucú da las once de la mañana. Una sicóloga se queda con la mujer. Las escaleras rechinan. Cuatro agentes suben apresuradamente hacia la habitación de Klaus…vacía, la cama recién tendida.

    Cuatro discos duros y noventa y seis CDs con más de trece mil fotos digitales son confiscadas. Y trece fotos impresas. Arrugadas y sucias.

    Ende

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